Fachtagung: Neues für und in der Heimerziehung

am 21. November 2022
an der Hochschule Mittweida

Bericht zur Fachtagung: Neues für und in der Heimerziehung – Verbriefte Kinderrechte, Selbstorganisation und Beschwerde im Fokus

Ende November 2022 fand in Mittweida an der Hochschule der Fachtag »Neues für und in der Heimerziehung. Verbriefte Kinderrechte, Selbstorganisation und Beschwerde im Fokus« statt. Rund 100 Fachkräfte aus der Erziehungshilfe hatten sich angemeldet und waren vor Ort.
Insgesamt acht Beiträge von jungen Menschen, Kolleg:innen aus der Heimerziehung und Wissenschaftler:innen sowie vier Arbeitsgruppen haben vielfältige Themen bewegt. Im Fokus stand die Frage der Selbstvertretung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Am Rande sind auch andere Themen bewegt worden.
 
Den Anfang der Fachtagung gestalteten acht junge Menschen, die am ersten Workshop der Landes Jugendkonferenz teilgenommen hatten. Sie berichteten von Gruppenbestrafungen, von Nichtgewährung der Privatsphäre, Fragen der Gleichberechtigung unter jungen Menschen, der Macht der Betreuer:innen in Einrichtungen, von Taschengeldentzug sowie von schwieriger Kommunikation mit den Betreuer:innen.
 
Hartmut Mann stellte den Anspruch vor, den der KJRV Form mit dem Projekt verbindet: Die Praxis der Heimerziehung soll sich beeinflussen lassen durch das, was die jungen Menschen in der Selbstvertretung vortragen.
 
Susann Rüthrich rief dazu auf, Selbstvertretungen aufzubauen, die Stimme zu erheben und sich den Raum zu nehmen.
 
Enrico Birkner beschrieb Selbstvertretung als Herausforderung für die Jugendhilfe und wies darauf hin, wie sich durch Selbstvertretung der Blickwinkel verschieben kann und Fragen von Macht ins Zentrum kommen.
 
Ulrike Urban-Stahl Thema waren Beschwerden. Sie verdeutlichte den Zusammenhang zu Selbstvertretungen.
 
Jana Paul berichtete vom Aufbau einer Selbstvertretung.
 
Björn Redmann und Elsa Thurm stellten die Ideen zur Landesjugendkonferenz in Sachsen vor. Am Ende der Fachtagung ordneten sich die Teilnehmer:innen den drei Regionen Dresden, Leipzig und Chemnitz zu und besprachen untereinander, wie der Aufbau der Landesjugendkonferenz in ihren Regionen gelingen könnte.
 
Aus der Evaluation der Fachtagung wird deutlich, dass die Fachkräfte viele Themen und Impulse mitgenommen haben, sie aber teilweise konkrete Informationen zur Landesjugendkonferenz vermisst haben.